Alpingruppe

Samstag, 8. August 2020

Als Ziel für das Wochenende vom 08. und 09. August 2020 war eigentlich die Zsigmondyspitze im Zillertal geplant. Doch die Anmeldungen wurden immer weniger und die Berliner Hütte bot wegen der Corona-Vorschriften keine Unterkunft an. Deshalb entstand die Überlegung, sich ein neues Ziel auszusuchen.
Irene hatte schon seit längerem den Wunsch, den Hochgall zu machen. Armin war sofort begeistert von diesem Vorschlag. Er hatte nur Bedenken, dass es anstrengend sein würde, die Tour an einem Tag zu machen, bedenke man die weite Anreise von immerhin 2 Stunden.
Doch die Lösung war schnell gefunden. Wir beschlossen Freitag abends mit Saras Camper nach Rein in Taufers zu fahren und auf dem Parkplatz zu übernachten.
So waren wir schon vor Ort und konnten am nächsten Tag ausgeruht die 1.950 Höhenmeter auf den höchsten Gipfel der Rieserfernergruppe in Angriff nehmen.
Nach Kaffee und Frühstück in Saras Camper waren wir gestärkt für die anspruchsvolle Bergtour auf den Hochgall.
Es ging auf breiten Pfaden bis zur Kasselerhütte. Noch schnell einen zweiten Kaffee und weiter ging es in Richtung Antholzer Scharte zum Grauen Nöckl. Hier führte ein Stahlseil ca. 10 Meter hinab in die Scharte. Jetzt ging es teils über Fixseilen und teils als Blockkletterei den Grat entlang den Berg hinauf. Wir kamen zügig voran und das Gipfelkreuz kam immer näher. Pünktlich um 12 Uhr nach 4,5 Stunden Aufstieg erreichten wir unser Ziel. Glücklich und zufrieden genossen wir die Rundumsicht auf die umliegenden Berge. Gemütlich packten wir unsere Brote aus und ließen es uns schmecken. Noch ein paar Gipfelfotos und wir beschlossen, den Abstieg in Angriff zu nehmen.
Während wir beim Aufstieg keine Schwierigkeiten hatten, den Wegverlauf zu finden, hielten wir uns beim Abstieg etwas zu weit links und kamen von der Route ab. Das Gelände war nicht schwierig, doch ziemlich brüchig und wir waren froh, dass wir bald wieder auf dem richtigen Weg waren. Auch anderen Bergsteigern ging es ähnlich. An sich nicht weiters schlimm. Nur hatten sie beim Aufstieg die Wanderstöcke deponiert und sind an dieser Stelle nicht mehr vorbeigekommen, sodass sie sie oben lassen mussten.
Das Wetter war sehr schön und die Temperatur angenehm warm und trotzdem nicht zu heiss. Wir witzelten darüber, dass wir noch den Magerstein mitnehmen könnten, aber angebissen hat niemand, denn so langsam machte sich der lange Abstieg bemerkbar und wir freuten uns schon auf ein kühles Getränk und eine kurze Rast auf der Kasselerhütte.
Von der Hütte rechneten wir noch ca. mit einer Stunde Abstieg bis zum Parkplatz. Bereits beim Aufstieg fiel uns ein kleiner Wasserfall entlang des Weges auf und Sara freute sich schon auf die Erfrischung im kalten Nass. Armin und Irene begnügten sich damit, nur mit den Füssen ins Wasser zu steigen, während Sara ganz couragiert ins eisige Wasser sprang. Wir waren froh als wir beim Auto angekommen sind, blickten noch ein letztes Mal auf den imposanten Berg zurück und waren stolz darauf zu sehen, welche Strecke wir an einem Tag zurückgelegt hatten.
Armin, Sara und Irene