2./3. August 2025

Wetterfenster ideal ausgenutzt – dank grandiosen Niederschlagsvorhersagen!

Behände bewegen wir uns im Neuschnee auf wegelosem Blockwerk aufwärts. Es hat letzthin geschneit. Die funkelnden Schneekristalle glitzern im ersten Schein der Sonnenstrahlen.

Behutsam, aber doch zügig setzen wir Tritt auf Tritt. Vorsicht ist geboten! Eine glasklare Eisschicht hat sich über Nacht auf geneigte Felsquerungen und große Steinplatten gelegt. Die fixen Drahtseile kommen sehr gelegen, um die heiklen abschüssigen Stellen gut zu meistern.

Es ist Sonntag, der 03. August. Wir sind bereits um 5 Uhr bei tiefer Dunkelheit gestartet, um gegen Mittag wieder zurück auf der Segantini-Hütte zu sein. Der frühe Nachmittag verspricht Regen, das kurze Gutwetterfenster heißt es auszunutzen.

Wie gut für uns Bergsteiger heutzutage, uns dieser nützlichen Hilfsmittel bedienen zu können!

Online-Wetterdienste informieren mehrmals täglich und können sehr zu einer überlegten Tourenplanung beitragen.

Bereits am Tag zuvor hat uns die Niederschlagsvorhersage und die daraus resultierende Zeitberechnung trocken auf das Rifugio Segantini geleitet. Ein überwältigender Ausblick bietet sich von dort auf die Brentagruppe. Fast zum Angreifen nahe präsentierte sie sich den acht Alpinisten der Alpingruppe Unterland.

Wieder zurück zum Gipfeltag. Wir kommen in der Dunkelheit im Schein der Stirnlampen auf dem Kamm der Moräne gut voran, das erste Tageslicht kommt uns nun auf dem anspruchsvolleren Weiterweg zugute.

Ausgeaperte Gletscher, lose Platten und Blöcke, Scharten, ausgesetzte Felsbänder, brüchiger Schutt, und Restschneefelder wechseln sich ab.

Der 1.200 Höhenmeter lange Gipfelanstieg auf die Cima Presanella ist spektakulär, ohne dabei allzu große technische Schwierigkeiten abzuverlangen. Alle anspruchsvollen Stellen sind mit stabilen Eisenleitern und Fixseilen gut versichert.

Bei Neuschnee und Vereisung ist der steil aufragende Tonalitgipfel aber nicht zu unterschätzen.

Einige ausgesetzte Stellen erfordern Trittsicherheit und höchste Konzentration.

Wo die roten Wegpunkte vom Schnee verdeckt sind, zeigen uns Steinmännchen den Weg.

Kurz unterhalb des höchsten Gipfels der Presanella-Adamello Gruppe steht eine kleine Hütte, das Bivacco Orobica di Presanella. Der Gipfel selbst bietet einen gewaltigen Blick auf die benachbarten Gebirgsgruppen Brenta und Adamello. Der Fernblick reicht von der Bernina bis zur Ortlergruppe.

Wetterbericht Chapeau! Noch vor, bzw. kurz nach Beginn des vorhergesagten Tiefs erreichen wir rechtzeitig die Hütte.

Alles in allem für die Alpingruppe wiederum eine grandiose Hochtour auf einen beeindruckenden Trientner Dreitausender.

Irene, Christine, Roswitha, Sofie, Norbert, Roland, Ivan, Armin

@Roswitha