Freitag/Samstag, 10./11. Juli 2026
Die Fahrt über das Stilfser Joch und über Bormio nach Nibloch geht gemütlich vonstatten, da viele Radler überholt werden müssen. Das Taxi-Jeep bringt uns hinauf zur Baita del Pastore. Das Zebrutal ist zwar landschaftlich sehr beeindruckend, aber mit dem schweren Rucksack ziehen wir die Fahrt den 2 Stunden Fußmarsch vor.
Fast zwei Stunden benötigen wir für den Aufstieg durch wilde Geröllfelder und urige hochalpine Landschaft zum Rifugio Quinto Alpini (2.878 m).
Auf der Hütte werden wir freundlich aufgenommen. Einige Bergsteiger, die über den Ortler Höhenweg gehen, übernachten hier, nur unsere Gruppe hat sich den Zebru zum Ziel gesetzt. Schon während der Fahrt mit dem Jeep durch das Zebru-Tal haben wir etliche Steinböcke beobachtet, und oberhalb der Hütte knabbern weitere schöne Exemplare an mageren Grasbüscheln. Das Abendessen ist abwechlsungsreich und schmackhaft, wie man es halt auf italienischen Hütten gewohnt ist. Die Nacht im 8er-Lager verläuft ruhig und nur mit schwachen Sägegeräuschen. Irgendwann Nachts gibt es Gewitter und Regen.
Um 4:00 Uhr gibt es ein reichhaltiges Frühstück, dann marschieren wir im Schein der Stirnlampen los. Die Temperatur ist für uns angenehm, aber für den Gletscher zu warm, die Nullgradgrenze liegt über 4.000 Metern. Über einen kleinen Sattel erreichen wir die Eiszunge des Zebrugletschers und über lockeren Schutt das erste steilere Eisfeld, wo wir uns anseilen. An einigen Eisschrauben gesichert steigen wir hinauf zum spaltenreichen und zerklüfteten Gletscher. Josef tastet sich an den Spalten entlang im weichen Schnee hinauf zum Hochjoch mit dem roten Biwak und weiter bis zum Übergang auf den Felsgrat. Hier wird es steil und spannend. Das Setzen der Eisschrauben ist zeitaufwendig, dann ist der Übergang geschafft. Der Felsgrat ist sehr brüchig und teilweise ausgesetzt. Notiz am Rande: in meinem nur 20 Jahre alten Führer wird dieser Grat noch als Firngrat beschrieben. Mit der gebotenen Vorsicht erreichen wir den Gipfel mit dem einfachen Holzkreuz. Rundschau, Fotos, Glückwünsche. Wir sind am Ziel und das Wetter hat gehalten. Der Abstieg ist wieder heikel. Entspannter ist der Abstieg über den Gletscher im weichen und feuchten Schnee, aber fast angenehmer ist die Eisflanke, in die wir zur Sicherung einige Eisschrauben drehen. Zufrieden – und ja, glücklich – genießen wir das Mittagessen auf der Hütte. Der Abstieg ins Tal zur Baita del Pastore geht flott vonstatten, damit wir den Jeep nicht verpassen, den wir ohne schlechtes Gewissen nehmen, um nach einer anspruchsvollen Tour das lange Zebru-Tal hinauszufahren.
Es waren zwei gute und spannende Tage mit einer feinen, homogenen Gruppe aus guten Alpinist(inn)en, und wir hatten viel Spaß!
Christine, Liesl, Irene, Isabelle, Ivan, Josef, Roland, Armin



