Freitag/Samstag, 31. Juli/01. August 2026
Einmal Brenta, immer Brenta! Sie lässt uns nicht mehr los. Auch heuer zieht es die Alpingruppe dorthin. Mit ihren bizarren Formen, den mächtigen Felswänden, den typischen Querbändern, den schroffen steil aufragenden Felsnadeln, den zerklüftenden Kalkgebilden, den wuchtigen Bergstöcken und der Vielzahl an rauen Scharten ist sie so wild und doch so lieblich zugleich, so ungezähmt und doch so sanft, so abweisend und doch so begehrenswert. Ein gewaltiger Wirrwarr aus Stein und Fels und doch so homogen und harmonisch und diese Harmonie überträgt sich von Anfang an auf die sechs Teilnehmer der Gruppe. Heuer steht der Campanile Alto auf dem Programm, einer der kühnsten und elegantesten Gipfel der zentralen Brentagruppe, seine Besteigung gehört zu den schönsten und lohnendsten. Als Aufstiegsroute am ersten Tag wählen wir Molvenosee – Malga Andalo – Rifugio Selvata, um schließlich am späten Nachmittag das Rifugio Pedrotti zu erreichen.
Am Gipfeltag zeigt sich die Brenta von ihrer besten Seite, mit viel Sonnenschein und warmen Temperaturen erreichen die zwei Seilschaften bald den Einstieg. Der Normalweg auf dem Campanile Alto ist bestens eingerichtet, die Kletterei sehr schön, der Fels fest und kompakt, mit logischen Linien an Kanten, Rissen und Kaminen und die neun Seillängen im zweiten und dritten Schwierigkeitsgrad machen richtig Spaß. Der 2.937 m hohe Gipfel wartet für die Kletterer mit einem zierlichen Gipfelkreuz auf und belohnt mit einem überwältigenden Blick auf ein wundersames Meer aus Stein und Fels. Kurz darin eintauchen, kurz ein schneller Gruß hinüber zum kleinen berühmten Bruder, dem Campanile Basso und schon wird abgefahren.
Denn die Brenta wäre nicht die Brenta, wenn nicht ein plötzlicher Wetterumschwung nahen würde. Doch sie meint es gut mit uns und lässt und trocken abseilen. Beim Rückweg zur Hütte können dann weder der heftig einsetzende Regen, der seifenglatte Abstieg, die glitschig nassen Eisenleitern und -klammern, noch die harten Schauersteine unsere überglückliche Stimmung trüben.
Danke Brenta, wir kommen wieder, du Schöne du!
Danke Roland fürs Organisieren, für die Leitung und den netten Abschluss.



